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Von der Idee zum Produkt: Die Phasen der Produktentwicklung bis zur Serienreife

Von der Idee zum Produkt in fünf Schritten: Lastenheft, Konzept, CAD, 3D-Druck-Prototyp, Vorserienprototyp. Was jede Phase liefert und was sie kostet.

Datum
Lesedauer
6 Min.
Autor
Konstantin Vinogradov

Eine Idee ist schnell skizziert. Ein Produkt, das funktioniert, sich fertigen lässt und bezahlbar bleibt, ist etwas anderes. Dazwischen liegt die Produktentwicklung. Hier steht, wie ich diesen Weg bei KANID aufteile, was in jeder Phase passiert und was Sie am Ende in der Hand haben.

Kurz vorweg: Mit „Serienreife“ meine ich in diesem Beitrag den Stand, ab dem ein Fertiger übernehmen kann. Die Serie selbst fertigt KANID nicht. Ich entwickle bis zum Vorserienprototyp und übergebe die Daten, mit denen ein Fertiger anbieten und produzieren kann.

Warum die Reihenfolge wichtig ist

Die meisten Probleme in Entwicklungsprojekten entstehen nicht in der Konstruktion, sondern davor: Anforderungen sind unklar, das Budget passt nicht zur Idee, oder ein entscheidendes Risiko fällt erst beim dritten Prototyp auf. Jede Änderung wird teurer, je später sie kommt. Eine Zeile im Lastenheft ist schnell geändert. Eine fertige Baugruppe zu ändern heißt neue Teile, neue Zeichnungen und neue Tests.

Deshalb teile ich die Entwicklung in zwei Phasen. Die erste klärt, ob und wie Ihre Idee funktioniert. Die zweite setzt sie um. Zwischen beiden entscheiden Sie, ob Sie weitermachen.

Schritt 1: Idee — das Problem klären

Am Anfang steht nicht die Lösung, sondern das Problem. Welche Aufgabe soll das Produkt lösen? Für wen? Unter welchen Bedingungen wird es benutzt — drinnen oder draußen, mit Handschuhen oder ohne, einmal im Monat oder hundertmal am Tag?

Aus diesen Fragen wird das Lastenheft: eine Liste der Anforderungen, an der sich später jede Konstruktionsentscheidung messen lässt. Ein gutes Lastenheft ist kurz und prüfbar. „Robust“ ist keine Anforderung. „Übersteht einen Sturz aus Hüfthöhe auf Beton“ ist eine.

Schritt 2: Konzept — Lösungswege und Machbarkeit

Im Konzept skizziere ich Lösungswege und bewerte sie: Was ist technisch machbar? Welche Risiken gibt es? Welche Zukaufteile kommen infrage, und wo bekommt man sie?

Das Ergebnis von Phase 1 (Konzept & Machbarkeit) ist konkret:

Phase 1 dauert ca. 3–4 Wochen und kostet 1.450 € inkl. 19 % MwSt. (1.218,49 € netto) als Festpreis. Danach wissen Sie, was die Umsetzung kostet, bevor Sie sie beauftragen. Wenn das Konzept zeigt, dass sich die Idee so nicht lohnt, ist das auch ein Ergebnis — und ein deutlich günstigeres als ein gescheiterter Prototyp. Mehr zu den Kosten steht im Beitrag Was kostet Produktentwicklung?.

Schritt 3: CAD — die Konstruktion

In Phase 2 wird aus dem Konzept ein 3D-Modell. Ich konstruiere in Onshape, einem CAD-System im Browser. Für Sie heißt das: Sie brauchen keine eigene CAD-Lizenz. Jeden Konstruktionsstand prüfen Sie per Link, drehen das Modell, messen nach und kommentieren.

Wichtig in diesem Schritt ist, dass von Anfang an fertigungsgerecht konstruiert wird. Ein Teil, das im CAD gut aussieht, aber nur mit Sonderwerkzeug herstellbar ist, hilft niemandem. Wie das konkret aussieht, beschreibe ich im Beitrag Fertigungsgerechte Konstruktion im CAD. Wo Bauteile unter Last stehen, rechne ich bei Bedarf mit FEM in Onshape nach.

Schritt 4: 3D-Druck-Prototyp — testen, messen, verbessern

Der erste Prototyp kommt aus dem eigenen 3D-Druck in Filderstadt. Das spart Zeit: Zwischen Konstruktionsänderung und gedrucktem Teil liegt kein Versand und kein Angebotsprozess bei einem Dienstleister.

Ein Prototyp beantwortet eine Frage. Passt die Hand an den Griff? Rastet der Clip sauber ein? Hält die Verbindung? Dann wird geändert, neu gedruckt und erneut getestet. Im Festpreis von Phase 2 sind 2 Korrekturschleifen enthalten, ebenso das Material für die Prototypen laut Angebot. Was ein 3D-Druck-Prototyp kann und wo er an Grenzen stößt, steht im Beitrag Prototyp im 3D-Druck erstellen lassen.

Schritt 5: Vorserienprototyp — der Stand zur Übergabe

Der Vorserienprototyp ist der Stand, der funktioniert und sich fertigen lässt. Dazu gehören:

STEP und PDF-Zeichnungen sind das übliche Übergabeformat. Damit kann jeder Fertiger arbeiten, unabhängig davon, welches CAD-System er nutzt. Idee und Schutzrechte bleiben bei Ihnen; die Arbeitsergebnisse gehen nach Bezahlung bzw. nach den vereinbarten Bedingungen über.

Was zwischen Vorserienprototyp und Serie noch kommt

Ehrlich gesagt: Mit dem Vorserienprototyp ist ein Produkt noch nicht im Regal. Je nach Produkt folgen Angebote von Fertigern, gegebenenfalls Werkzeugbau, Prüfungen und Zertifizierungen, Verpackung und Vertrieb. Das hängt stark vom Produkt und vom Markt ab, und ich nenne hier bewusst keine pauschalen Zahlen dazu.

Was der Vorserienprototyp leistet: Sie gehen mit einem getesteten Stand und vollständigen Daten zum Fertiger — nicht mit einer Skizze. Damit bekommen Sie vergleichbare Angebote und eine belastbare Grundlage für die Kalkulation.

Beispiele aus eigener Entwicklung

Auf der Seite Referenzen zeige ich drei Produkte, die ich selbst entwickelt habe und die heute in der KANID Factory verkauft werden:

Alle drei sind den Weg von der Idee über CAD und 3D-Druck-Prototypen bis zum verkaufsfähigen Produkt gegangen. Die 3D-Modelle können Sie auf der Referenzseite im Browser drehen.

Kurz gefragt

Welche Phasen hat die Produktentwicklung?

Bei KANID fünf Schritte in zwei Phasen: Idee und Konzept in Phase 1 (Konzept & Machbarkeit), danach CAD-Konstruktion, 3D-Druck-Prototyp und Vorserienprototyp in Phase 2. Phase 1 endet mit einem verbindlichen Festpreisangebot für Phase 2.

Was ist der Unterschied zwischen Prototyp und Vorserienprototyp?

Ein Prototyp beantwortet eine Frage, zum Beispiel ob ein Mechanismus funktioniert. Ein Vorserienprototyp ist ein Stand, der funktioniert und sich fertigen lässt — mit Zeichnungen, Stückliste und STEP-Daten für Fertiger und Lieferanten.

Brauche ich eine eigene CAD-Lizenz?

Nein. KANID konstruiert in Onshape. Sie prüfen jeden Stand per Link im Browser.

Macht KANID auch die Serienfertigung?

Nein. KANID entwickelt bis zum Vorserienprototyp und übergibt die Daten, mit denen ein Fertiger arbeiten kann: STEP-Dateien, PDF-Zeichnungen und Stückliste, dazu Zugriff auf das Onshape-Projekt.

Fazit

Von der Idee zum Produkt kommt man am sichersten in klaren Schritten: erst das Problem und die Machbarkeit klären, dann konstruieren, dann testen. Bei KANID heißt das zwei Phasen zum Festpreis, mit einer Entscheidung dazwischen. Den Ablauf und die Preise im Detail finden Sie unter Leistungen. Wenn Sie eine Idee haben, schreiben Sie mir über das Kontaktformular — ein paar Sätze zur Idee reichen für den Anfang.

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KANID UG
Filderstadt
Blatt
03 / 16
Stand
Maßstab
1:1
Benennung
Blog · Allgemein
Zeichnungsnummer
KANID-WEB-2026-03
Bearbeiter
K. Vinogradov
Werkstoff / Norm
HTML · WCAG 2.1 AA